Freitag, 15. Januar 2016

SWÖ-KV-Abschluss: Einkommensschere reißt weiter auf

Die Initiative "Sozial aber nicht blöd" lehnt den SWÖ-KV Abschluss entschieden ab.
Mit Aktionen in Betrieben und auf der Strasse wäre um Einiges mehr möglich gewesen. Wir fühlen uns durch die hohe Anzahl der Gegenstimmen im Verhandlungsgremium bestärkt und werden unsere Arbeit fortsetzen!


Der KV-Abschluss mit 1,35% ist ein schwerer politischer Fehler. Er wirkt sich katastrophal auf die Einkommensentwicklung der Beschäftigten im privaten Sozial- Gesundheitsbereich aus, und er untergräbt weiter das Vertrauen in die Gewerkschaften vida und GPA-djp. Mit jedem Niedrigabschluss der kampflos akzeptiert wird, wird es schwieriger die KollegInnen in Zukunft für gewerkschaftliche Aktionen zu mobilisieren.

Nicht unspannend verliefen die heurigen Lohn- und Gehaltsverhandlungen im privaten Sozial - und Gesundheitsbereich. Im Vorfeld beschlossen BetriebsrätInnenkonferenzen wichtige Forderungen, wie z.B. das Erreichen des Mindestlohns von 1.700.- durch 200 Euro Fixbetragserhöhung. Ein wichtiger Punkt des Gesamtforderungspaktes war die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn und Gehalt in Form einer Einführung der 35 Stundenwoche in 3 Jahren (jedes Jahr eine Stunde weniger). Außerdem wurde beschlossen, dass das "kleine Verhandlungsteam" (also jene BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen, die direkt mit den ArbeitgebervertreterInnen verhandeln) nicht ohne Mandat des großen Verhandlungsteams mit den ArbeitgeberInnen über Lohn und Gehalt verhandeln dürfen. Daher wurde die ersten fünf Stunden ausschließlich über das sog. "Rahmenrecht" (also die „textlichen“ KV-Bestimmungen) verhandelt. Dies führte wohl zu herzeigbaren, echten Verbesserungen im sog. "Rahmenrecht". Insbesondere die Abschaffung der niedrigen Erschwerniszulage für die "unteren" 3 Verwendungsgruppen: Gab es für die KollegInnen in VWG 1-3 in der Vergangenheit nur 98 Euro SEG-Zulage, so bekommen sie ab Februar 2016 wie alle anderen 174,91 Euro. Da viele ArbeitnehmerInnen diese Zulage steuerfrei bekommen, bedeutet diese Verbesserung ein weiteres spürbares Plus im Einkommen. Verbesserungen gab es auch bei den Tagesmüttern/vätern, bei Leitungszulagen, Schulassistenz, Ferienaktionen und bei der Rufbereitschaft.

"Die Verbesserungen im Rahmenrecht können die Reallohnverluste der letzten Jahre und das weitere Aufreißen der Einkommensschere zwischen Sozialbereich und österreichischem Durchschnitt durch den Mini-Betrag von plus 1,35% jedoch lange nicht wettmachen!", so Selma Schacht, Betriebsratsvorsitzende und Aktivistin von `Sozial, aber nicht blöd“.
"Mit dieser sog. Erhöhung wird es noch schwieriger die Kosten des täglichen Lebens, insbesondere die Miete, zu begleichen. Vom (noch in der letzten Ausgabe des Gewerkschaftsmagazins "Kompetenz" sehr beworbenen ) Mindestlohn von 1700 Euro brutto sind viele KollegInnen mit diesem Abschluss immer noch weit entfernt. Wie bei der Arbeitszeitverkürzung nehmen auch hier die Gewerkschaften ihre Beschlüsse nicht ernst" meint Michael Gehmacher, Flüchtlingsbetreuer und Aktivist von "Sozial aber nicht blöd" zum Abschluss.
Unverständlich war es auch, dass sich die VerhandlerInnen das Thema Arbeitszeitverkürzung so leicht von den ArbeitgebervertreterInnen abdrehen ließen. Diese verweigert einfach das Gespräch darüber, was GPA-djp und vida mit der Bemerkung: "Das muss man dann wohl der ÖGB-Ebene regeln" akzeptierten. Eine Haltung die umso unverständlicher ist, wenn man bedenkt, dass die GPA-djp Arbeitszeitverkürzung zum "Top-Thema" erklärte und dazu eine Aktionswoche und BetriesbrätInnenkonferenzen organisierte. Unverständlich auch, warum nicht endlich die geteilten Dienste in der Pflege abgeschafft werden. Längere Diskussionen gab es im gewerkschaftlichen Verhandlungsteam auch zum Thema Flüchtlingsarbeit und der Situation der dort beschäftigten KollegInnen.

Leider wurde mit dem diesem Abschluss eine Chance für echte Verbesserungen zu kämpfen wiedermal verpasst. "Viele BetriebsrätInnen und ArbeitskollegInnen waren enttäuscht, dass wir die vorbereiteten Aktionen, insbesondere die Demos und Arbeitsniederlegungen, sang und klanglos wieder absagen mussten. Sie wären bereit gewesen, für mehr zu kämpfen" fasst Selma Schacht die Stimmung zusammen.
Bemerkenswert ist, dass mit 8 Gegenstimmen und einer Enthaltung 25% der VerhandlerInnen diesem Abschluss nicht zustimmten. Die Ablehnung war bereichs- und fraktionsübergreifend, KollegInnen von AuGE, GLB, KOMintern und Fraktionslosen bis hin zu FSG-Betriebsratsvorsitzenden stimmten gegen den Abschluss.

Wir halten als "Sozial aber nicht blöd" unsere Forderungen weiter aufrecht. Die Aktionen von CaRevolution in Salzburg und Wien, die Verbesserungen in der Bedingungen in der Pflege in Oberösterreich und die aktuellen Verhandlungen in Tirol zeigen, dass es sich auch neben und unabhängig von den KV-Verhandlungen lohnt, für Verbesserungen beim Gehalt und den Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Daher bleiben wir aktiv, und sammeln auch weiter Unterschriften!

Montag, 11. Januar 2016

Di, 12.1.: Treffen in Wien/Aktion in Linz

Du bist herzlich eingeladen zu kommen!

  • Dienstag, 12.Jänner: Treffen von „Sozial, aber nicht blöd“ in Wien, 18.00 Uhr Amerlinghaus (Stiftg. 8, 1070)

Wir wollen an diesem Abend besprechen, welche Sprüche, Forderungen und Losungen uns einfallen, mit denen wir Tafeln und Transparente und kreative Aktionen gestalten.

  • Dienstag, 12. Jänner: Aktion in Linz von „Sozial, aber nicht blöd“ 17.00 – 18.30 Uhr

am Taubenmarkt, 4020 Linz: gemeinsames Unterschriften sammmeln

Nächste Aktionen & Treffen!

Liebe Kollegin, lieber Kollege!

Wir hoffen, du bist gut ins neue Jahr hinüber gerutscht! Wir haben über die Feiertage Energie getankt und haben für 2016 einiges vor und hoffen, du kannst bei der einen oder andren Aktion mitmachen ;)

-> Hast du schon unterschrieben/Unterschriften gesammelt? (click Link)
Wir laden dich herzlich ein, zu unsren Treffen zu kommen & bei den Aktionen mitzumachen – es tut sich viel, aber es geht auch um viel: Um deine Arbeitsbedingungen!

-> Dienstag, 12.Jänner: Treffen von „Sozial, aber nicht blöd“ in Wien, 18.00 Uhr Amerlinghaus (Stiftg. 8, 1070)
Wir wollen an diesem Abend besprechen, welche Sprüche, Forderungen und Losungen uns einfallen, mit denen wir Tafeln und Transparente und kreative Aktionen gestalten.

-> Dienstag, 12. Jänner: Aktion in Linz von „Sozial, aber nicht blöd“ 17.00 – 18.30 Uhr
am Taubenmarkt, 4020 Linz: gemeinsames Unterschriften sammmeln

-> Donnerstag, 14.Jänner, 14.00 – 15.00 Uhr: Aktion vor der zweiten Verhandlungsrunde BAGS/SWÖ-Kollektivvertrag. Wir demonstrieren für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen!! Ort: Vorplatz des ÖGB-Hauses Catamaran, J. Böhm-Platz 1 (U2-Bahnstation Donaumarina).

-> Freitag, 15.Jänner: Treffen um 17.00 Uhr
Am Tag nach der zweiten KV-Runde (BAGS) treffen wir uns um 17.00 Uhr im Amerlinghaus (Stiftg. 8, 1070) und besprechen die (Zwischen-)Ergebnisse der Verhandlungen. Sollte es bis dahin noch kein Endergebnis geben, beschriften wir die Taferln für die Aktion und malen ein Transparent.

-> Donnerstag, 21.Jänner: Aktionstag!
Falls die Verhandlungen über die Lohnerhöhungen und Arbeitsbedingungen in der zweiten Runde nichts ergeben, wird in Wien von Gewerkschaftsseite zu einem Aktionstag aufgerufen. Wann & Wo wird noch bekannt gegeben, „Sozial aber nicht blöd“ ist natürlich mit dabei. Save the Date!!

Wir hoffen, dich dabei zu sehen!

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Linz: "Sozial aber nicht blöd"-Kundgebung

Vergangenen Dienstag gab's in Linz die erste "Sozial aber nicht blöd"-Kundgebung am Linzer Taubenmarkt. Die Zustimmung war groß: Einige Beschäftigte aus dem Sozialbereich nahmen sich unsere Unterschriften-Listen mit, um im Betrieb selber weiterzusammeln. Auch eine Aktivistin der "Plattform bedarfsgerechter Persönlicher Assistenz" kam vorbei und erklärte sich solidarisch. Eine selbst von BurnOut betroffene Frau nahm sich gleich drei Listen mit und meinte: "In meiner Therapiegruppe sind noch sechzehn andere Leute und die werden bestimmt alle unterschreiben". 

Insgesamt eine gelungene Aktion, die gezeigt hat, dass es sowohl bei Beschäftigten, als auch bei Menschen, die selber nicht direkt betroffen sind, große Unterstützung für unsere Kampagne gibt: Die meisten Leute haben nicht wir angeredet, sondern sie sind von selber zu uns gekommen, um zu unterschreiben.

Samstag, 19. Dezember 2015

Nächste Treffen Wien & Linz: Dienstag, 22.12.

Weihnachten und Silvester bedeuten für viele von uns nicht nur Erholung: Gerade z.B. im Wohn- oder Pflegebereich heißen die Feiertage, auch eine emotional intensive Zeit mit unseren KlientInnen, PatientInnen zu verbringen. Egal ob ältere Menschen, Kinder, sog. Behinderte oder Flüchtlinge: Diese Tage sind eine Zeit vieler Gespräche und gemeinsamer Feiern, die viele von uns auch organisieren müssen...

Trotz der stressigen Zeiten ist es wichtig, dass wir uns gemeinsam für unsere Anliegen als Beschäftigte stark machen: Daher komm zu unseren nächsten Treffen:


In Wien: am 22.12 um 18:00 im Amerlinghaus, 1070 Wien Stiftgasse 6

In Linz: am 22.12. um 19.00 im Gasthaus „Alte Welt“ (Hauptplatz 4, Linz)

Lade Dir unsere Unterschriftenliste runter, rede mit KollegInnen und Deinen BetriebsrätInnen (wo es welche gibt). Nutzen wir die Feiertage gemeinsam, um für unsere berechtigten Anliegen Druck zu machen. Viele Unterschriften helfen uns, unsere Forderungen mit Nachdruck zu vertreten!

Kundgebung gegen die Sparpolitik im Behindertenbereich: "Selbstbestimmung statt Wartelisten!"

Zum Beginn des oberösterreichischen Budgetlandtags von 15.-17.12. lud die „Plattform Bedarfsgerechte Persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderung“ zu einer Kundgebung vor dem Landhaus in Linz ein. Thema waren die immer längeren Wartelisten – mittlerweile 5.500 alleine in Oberösterreich – für Beeinträchtigte, die Wohn-, Arbeits- und Betreuungsplätze brauchen. Die Plattform entstand aus den Protesten gegen die Kürzung im Sozialbereich der Landesregierung im Frühjahr und wird maßgeblich von betroffenen Beeinträchtigten getragen. Die Behindertensprecherin der Grünen, Ulrike Schwarz, die den Kürzungen im Frühjahr zugestimmt hat, wurde auf dem Weg in den Landtag ermahnt, dass es höchste Zeit wird, die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen und man sich nicht mehr vertrösten lassen will.
AktivistInnen nahmen an der Aktion Teil und betonten, dass ein gemeinsamer Kampf von Beeinträchtigten, BetreuerInnen und Angehörigen notwendig ist. Mit Protesten, Demos und Kampfmaßnahmen bis hin zu Streiks ist es möglich, Kürzungen zurückzuschlagen und eine Ausfinanzierung des Sozialbereichs zu erkämpfen.

Die Unterschriftenlisten der Kampagne „Wir sind sozial, aber nicht blöd!“ wurden gut aufgenommen. Eine Betroffene erklärte: „In viele Einrichtungen werden die Gruppengrößen aufgestockt, ohne, dass zusätzliches Personal eingestellt wird. Darunter leidet das Personal und es gibt immer mehr Burn-Outs. Deswegen sinkt auch die Betreuungsqualität“.

Es wird weitere Aktionen der Plattform geben und ebenso von der Initiative „Wir sind sozial, aber nicht blöd!“. 
Am Dienstag in einer Woche (22.12.) findet ein Vernetzungstreffen um 19:00 im Gasthaus „Alte Welt“ (Hauptplatz 4, Linz) statt.


Donnerstag, 3. Dezember 2015

Bericht von den Betriebsrätekonferenzen SWÖ/BAGS-KV


Erfolgreicher Tag für "Sozial aber Nicht blöd"!! Wir waren am Dienstag bei zwei BetriebsrätInnenkonferenzen des Sozialbereichs vor Ort! In Wien trafen sich über 50 BetriebsrätInnen, wir waren mit 7 AktivistInnen und unserem Transparent vor der GPA-djp anwesend. Betriebsratsvorsitzende Selma Schacht brachte unsere Forderungen und Anliegen bei der BetriebsrätInnenkonferenz ein. Wir sammelten Unterschriften und verteilten Unterschriftenlisten - neben einigen sponaten Unterschriften sagten einige KollegInnen zu, die Aktion im Betrieb zu unterstützen bzw. in ihren Betriebsratsgremienen eine Unterstützung zu besprechen.
Spannend war auch die Diskussion während der Konferenz: So konkret wie selten zuvor wurden Streikvorbereitungen bzw. die Möglichkeit von Teilstreiks angesprochen. Einige Betriebsräte erklärten sich schon da bereit, diesen zu organisieren. Offensichtlich wurde aber auch das Unwissen (oder der Unwillen?) des GPA-djp- und vida-Apparats, welche Unterstützung von seiten der Gewerkschaft bereit gestellt wird und wie die betriebsübergreifende Koordination aussehen wird.

Mit überwältigender Mehrheit votierten die BetriebsrätInnen des Sozial- und Gesundheitsbereichs in Wien auf der BR-Konferenz dafür, dass das Verhandlungsteam die Forderung nach einer Lohn- und Gehaltserhöhung um mindestens 200.- Euro in die heurigen Verhandlungen des BAGS/SWÖ-Kollektivvertrags mit aufnehmen soll. Damit wäre auch die Forderungen nach einem Mindestlohn von 1.700.- Euro, welcher gerade von der GPA-djp kampagnisiert wird, nicht nur allgemein und medial zum Thema gemacht, sondern auch ins konkrete Tun aufgenommen.

In Oberösterreich trafen sich BetriebsrätInnen aus dem BAGS-Bereich, der Caritas und der Diakonie. Ca. 70 BetriebsrätInnen kamen um über die kommenden KV-Verhandlungen zu beraten. 19 BetriebsrätInnen und 2 Gewerkschaftssekretäre unterschrieben vor Ort die Forderungen von "Sozial aber nicht blöd", Auf unsere Flugblätter und Unterschriften gab es positive Rückmeldungen. Einige KollegInnen kündigten an die Unterschriftenaktion im Betrieb zu bewerben. Auf der Konferenz selbst fragen einige BetriebsrätInnen nach der Vorbereitung von Kampfmaßnahmen. Flo Klabacher, Behindertenbetreuer und Aktivist von "Sozial aber nicht blöd", war bei der ersten Hälfte der Konferenz dabei brachte sich mit einer kämpferischen Wortmeldung ein..