Vorab möchten wir auf unser öffentliches Treffen am Montag 1.Juli im
Cafe C.I. - Club International
Payergasse 14, 1160 Wien
um 18:00 hinweisen.
Beim Konflikt über die Auslagerung der Reinigungskräfte der Caritas
gibt es also eine Einigung zwischen der Geschäftsführung und dem
Betriebsrat. Der Konflikt wird von der Caritas, also von der
Geschäftsführung UND dem Betriebsrat, übereilt ad acta gelegt. Orf.at
berichtet bereits darüber - und überhaupt ist auf einmal alles sehr
schnell gegangen. Wir meinen: Viel zu schnell! Mit dem starken
Rückenwind von der Belegschaft wäre für den Betriebsrat viel mehr
möglich gewesen!
Doch zunächst:
Was genau beinhaltet diese Einigung und was bedeutet sie für derzeitige und zukünftige Reinigungskräfte?
Magdas
wird nicht unter den Caritas-Kollektivvertrag gestellt! Der Betriebsrat
gibt damit seine wichtigste Forderung auf und die Caritas bleibt ein
Zweiklassen-Unternehmen mit zwei unterschiedlichen Kollektivverträgen.
Für alle zukünftigen Reinigungskräfte bedeutet das 25% weniger Lohn. Wir
von 'Sozial, aber nicht blöd' fragen uns: Wie konnte der Betriebsrat
der Caritas so schnell dieser Niederlage zustimmen?
Es gab zu diesem
Thema eine einstimmig beschlossene Resolution und noch im "Wien
Heute"-Beitrag vom 21.6. betonte die Caritas-Betriebsrätin Gabriele
Wurzer die Losung 'Eine Caritas – Ein Kollektivvertrag!'. Sie sah zu
Recht die gesamte Belegschaft hinter sich und kündigte weitere Proteste
an. Wo waren diese Proteste? Wieso gibt der Betriebsrat einen Kampf auf,
bevor dieser überhaupt begonnen hat? Wir verlangen Antworten! Wir
fordern eine weitere Betriebsversammlung, bei der die gesamte
Belegschaft über das Zustandekommen dieses Deals informiert wird. Dabei
muss es zu einer Urabstimmung darüber kommen, ob die Belegschaft diese
Vereinbarung akzeptieren kann oder nicht! Wir von 'Sozial, aber nicht
blöd' rufen dazu auf, diesen Kompromiss nicht zu akzeptieren, im
Gegenteil: Jetzt muss es noch lauteren Protest geben und der Druck auf
die Caritas und auch auf ihren Betriebsrat muss noch viel größer werden!
Eine Caritas – Ein Kollektivvertrag!
Neben der Möglichkeit zu
Aus- und Weiterbildungen können 'die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
jetzt konkret zwischen einem freiwilligen Abfertigungsmodell und einer
Beibehaltung ihres aktuellen Lohnniveaus mittels einer Umstiegsprämie
wählen. Für Kollegen, für die ein Wechsel zu magdas oder das Ergreifen
eines anderen Berufes nicht infrage kommt, gibt es die nun mit dem
Betriebsrat akkordierte Möglichkeit, bei der Caritas beschäftigt zu
bleiben' (caritas.at). Dieser Deal könnte tatsächlich allen derzeitigen
Reinigungskräften helfen, ihre Einkommensverluste zu kompensieren.
Doch
für uns sind dabei noch einige Fragen offen:
- Was genau beinhaltet
dieses freiwillige Abfertigungsmodell?
- Wie lange gilt diese
Umstiegsprämie?
- Wird sie jährlich mit den Lohnsteigerungen angepasst
oder langsam von diesen aufgefressen?
- Ist diese Umstiegsprämie damit
wirklich eine Garantie der Caritas, die Gehaltsverluste der betroffenen
Frauen nachhaltig auszugleichen, oder werden die Lohneinschnitte damit
nur ein paar Jahre nach hinten verschoben?
- Ist dies wirklich eine
Jobgarantie unter dem Caritaskollektivvertrag für alle - und zwar
wirklich alle! - Reinigungskräfte, die nicht zu magdas wechseln und
keine Umschulungen in Anspruch nehmen wollen?
- Bedeutet dies auch, dass
Reinigungskräfte, die schon zu magdas gewechselt sind oder ohne Wechsel
gekündigt wurden, nun die erneute Möglichkeit zur Rückkehr unter den
Caritas-Kollektivvertrag haben?
Die Caritas muss ihre eigenen Worte nun
ernst nehmen und auch allen Frauen, welche die Caritas aufgrund dieser
Umstrukturierung bereits verlassen haben, einen neuen Job unter dem
Caritas-Kollektivvertrag anbieten!
All diese offenen Fragen gehören in einer Betriebsversammlung mit abschließender Urabstimmung beantwortet!
Wir laden alle Caritas- und magdas-Mitarbeiter*innen sowie Supporter*innen zu unserem Planungstreffen am Montag ein:
https://www.facebook.com/events/558159918050868/
Weiteres folgt morgen!